Bilanzboss ist im Aufbau: noch keine Anmeldung, keine Verträge, nichts geht ans Finanzamt.
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Leere Tische und Stühle, Sonnenlicht fällt in Streifen durch eine Jalousie

Ruhende GmbH oder UG: was wegfällt, was bleibt

Kein operatives Geschäft, aber eine Rechtsform — Holding, Beteiligungs- oder Vermögensgesellschaft. Die Pflichten fallen nicht weg, sie werden weniger.

Der Unterschied, gerechnet

 Laufendes GeschäftRuhend
Monate im Jahr 2026, in denen etwas ansteht12 von 125 von 12

Die Monate sind aus dem Fristenkalender dieses Programms gezählt, nicht geschätzt: für beide Lagen derselbe Rechenweg, nur andere Angaben.

Was es kostet, steht auf der Preisseite.

Was wegfällt

Vier Pflichten, und warum sie wegfallen. Von selbst passiert das nicht: Die Befreiung von der Umsatzsteuer-Meldung muss das Finanzamt aussprechen, und ob Sie Vorauszahlungen leisten, steht in Ihrem Bescheid.

  1. Umsatzsteuer-Voranmeldung
    Wer im Vorjahr wenig oder keine Umsatzsteuer zu zahlen hatte, kann sich von den unterjährigen Meldungen befreien lassen.
  2. Lohnsteuer-Anmeldung
    Ohne Angestellte gibt es nichts anzumelden. Das Finanzamt stellt die Pflicht auf Antrag ab.
  3. Vorauszahlungen auf die Körperschaftsteuer
    Vorauszahlungen werden erst ab einer gewissen Höhe festgesetzt. Wer nichts verdient, zahlt nichts im Voraus.
  4. Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer
    Dasselbe bei der Gewerbesteuer: unter einem kleinen Betrag setzt die Gemeinde gar nichts fest.
Briefkästen an einer Wand, aus einem ragen Briefe und Prospekte, schwarz-weiß

Was bleibt

Daran verliert eine ruhende Gesellschaft Geld. Wer „ruhend“ für „nichts zu tun“ hält, bekommt eine Strafe — von Amts wegen, ohne dass vorher jemand nachfragt.

  1. Jahresabschluss aufstellen
    Auch ohne einen einzigen Umsatz. Die Pflicht hängt an der Rechtsform, nicht am Geschäft.
  2. E-Bilanz beim Finanzamt einreichen
    Elektronisch, in dem Datensatz, den das Finanzamt vorgibt. Das Programm baut ihn.
  3. Körperschaftsteuererklärung abgeben
    Eine Erklärung über null ist eine Erklärung.
  4. Gewerbesteuererklärung abgeben
    Solange die Gesellschaft besteht. Bei einer UG oder GmbH gilt sie allein wegen der Rechtsform als Gewerbebetrieb.
  5. Abschluss veröffentlichen
    Spätestens ein Jahr nach dem Stichtag. Wird das versäumt, kommt die Strafe von allein — ohne Mahnung, und sie trifft auch die Geschäftsführung persönlich.
  6. Umsatzsteuer-Jahreserklärung abgeben
    Die Befreiung gilt nur für die unterjährigen Meldungen, nicht für die Erklärung am Jahresende.

Was im Abschluss einer ruhenden GmbH steht

Welche Pflichten wegfallen und welche bleiben, steht oben. Der Abschluss selbst ist bei einer ruhenden Gesellschaft meist kurz:

  • Bilanz:meist nur das Bankguthaben, das Stammkapital und – wenn es Verluste gab – ein Verlustvortrag.
  • Gewinn- und Verlustrechnung:Kontoführung, Beiträge, Kosten für Register und Abschluss; Umsatz oft keiner.
  • Steuern:meist null. Ein Verlust wird festgestellt und in spätere Jahre vorgetragen.

Als Kleinstgesellschaft genügt eine verkürzte Bilanz. Der Anhang entfällt, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz stehen, und die Bilanz darf beim Unternehmensregister hinterlegt statt veröffentlicht werden. Mehr dazu unter Kleinstgesellschaft.

Was beim Abschluss sonst leichter wird, steht unter Jahresabschluss einer ruhenden Gesellschaft; die Termine des Jahres zeigt die Zeitachse für ruhende Gesellschaften, was ein Versäumnis kostet, der Ordnungsgeld-Rechner.

Das Jahr einer ruhenden GmbH in fünf Schritten

  1. Kontoauszüge und die wenigen Belege des Jahres sammeln – Kontoführung, Beiträge, Rechnungen für Register und Abschluss.
  2. Den Abschluss aufstellen, als kleine Gesellschaft in der Regel binnen 6 Monaten nach Jahresende.
  3. Die Gesellschafter stellen ihn fest – bei einer Ein-Personen-GmbH ein kurzer Beschluss.
  4. E-Bilanz und Steuererklärungen abgeben, ohne Kanzlei bis Ende Juli des Folgejahres.
  5. Die Bilanz beim Unternehmensregister einreichen, spätestens 12 Monate nach dem Stichtag.

Häufige Fragen

Braucht eine ruhende GmbH einen Jahresabschluss?

Ja. Die Pflicht hängt an der Rechtsform, nicht am Umsatz.

Muss sie eine Steuererklärung abgeben?

Ja. Auch ohne Umsatz gehören die E-Bilanz, die Körperschaftsteuer- und die Gewerbesteuererklärung dazu.

Was passiert, wenn der Abschluss nicht veröffentlicht wird?

Spätestens 12 Monate nach dem Stichtag muss er beim Unternehmensregister sein. Sonst droht ein Ordnungsgeld von 2.500 bis 25.000 Euro – es wird wiederholt, bis die Offenlegung nachgeholt ist.

Was kostet das im Jahr?

Den Preis für den Abschluss finden Sie auf der Preisseite. Dazu kommen die Gebühren des Unternehmensregisters; sie fallen an, gleich wer den Abschluss macht.

Ist es günstiger, die GmbH aufzulösen?

Das entscheiden Sie. Eine Auflösung beendet die Pflichten nicht sofort: Es folgen eine Eröffnungsbilanz der Liquidation, ein Sperrjahr und ein Schlussabschluss, bevor die Gesellschaft gelöscht wird.

Quellen: Handelsgesetzbuch (Aufstellung, Kleinstgesellschaft, Offenlegung, Ordnungsgeld); Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Einkommensteuergesetz; GmbH-Gesetz (Liquidation). Rechtsstand 2026.

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Fotos: Andrew Bright (YlEqSFHPP-o); Natasa Grabovac (eRp165wNxro), Unsplash — Unsplash-Lizenz.