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UG oder GmbH gründen: drei Wahlrechte, zwei Festlegungen

Für die UG (haftungsbeschränkt) und die GmbH. Ohne Anmeldung, ohne Konto — nichts wird gespeichert, nichts übermittelt.

Die Zahlen der Gründung

6 Angaben genügen. Es ist nichts vorbelegt und nichts angekreuzt.

Fundstelle. § 5a Abs. 2 GmbHG; § 7 Abs. 2 GmbHG

Fundstelle. § 242 Abs. 1 Satz 1 HGB

Fundstelle. § 5 Abs. 1 GmbHG; § 5 Abs. 2 Satz 1 GmbHG

Die drei Wahlrechte im Fragebogen

Jedes mit seinen Voraussetzungen, mit dem, was dafür spricht, und dem, was dagegen spricht. Das Programm kreuzt nichts an und wählt nicht aus.

Ist- oder Soll-Versteuerung

Wird die Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten (Soll-Versteuerung) oder nach vereinnahmten Entgelten (Ist-Versteuerung) berechnet?

Regelfall: Soll-Versteuerung. Die Steuer entsteht mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistung ausgeführt wurde — unabhängig davon, ob der Kunde bezahlt hat.

Fundstelle. § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a, § 16 Abs. 1 Satz 1 UStG

Abweichung: Die Ist-Versteuerung ist ein Antrag. Das Finanzamt kann sie gestatten; ein Rechtsanspruch besteht nicht (Kann-Vorschrift).

Voraussetzungen

  • Gesamtumsatz des Vorjahres nicht mehr als 800.000 €
  • Im Jahr der Gründung gibt es noch kein Vorjahr. Dann zählt der Umsatz, den Sie für das erste Jahr erwarten — auf ein volles Jahr hochgerechnet. Das steht nicht im Gesetzestext selbst; so sehen es Finanzverwaltung und Bundesfinanzhof.
  • oder Befreiung von der Buchführungspflicht

    Fundstelle. § 148 AO

DafürDagegen
  • Die Umsatzsteuer ist erst abzuführen, wenn das Geld eingegangen ist — die Gesellschaft finanziert das Finanzamt nicht vor.
  • Bei langen Zahlungszielen oder Zahlungsausfällen entfällt die spätere Berichtigung.

    Fundstelle. § 17 UStG

  • Die Liquidität in den ersten Monaten bleibt im Unternehmen; das ist genau die Phase, in der sie knapp ist.
  • Der Vorsteuerabzug bleibt in beiden Fällen an die Rechnung und die ausgeführte Leistung geknüpft — die Ist-Versteuerung verschiebt nur die eigene Steuer, nicht die Vorsteuer.

    Fundstelle. § 15 Abs. 1 UStG

  • Die Buchhaltung muss Zahlungseingänge dem richtigen Steuersatz und Zeitraum zuordnen; das ist aufwendiger als die Auswertung nach Rechnungsdatum.
  • Beim Wechsel der Besteuerungsart dürfen Umsätze weder doppelt erfasst werden noch unversteuert bleiben — der Wechsel erzeugt Abgrenzungsarbeit.

    Fundstelle. § 20 Satz 3 UStG

  • Kapitalgesellschaften sind buchführungspflichtig; für sie zählt nur die Umsatzgrenze.

Bindung: Die Gestattung gilt bis zum Widerruf. Sie ist keine Entscheidung für Jahre, kann aber vom Finanzamt widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen entfallen.

Fundstelle. § 20 UStG — Das Finanzamt kann auf Antrag gestatten, dass ein Unternehmer, 1. dessen Gesamtumsatz (§ 19 Absatz 2) im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 800 000 Euro betragen hat, oder 2. der von der Verpflichtung, Bücher zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen regelmäßig Abschlüsse zu machen, nach § 148 der Abgabenordnung befreit ist, oder […] 4. der eine juristische Person des öffentlichen Rechts ist, soweit er nicht freiwillig Bücher führt und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen regelmäßig Abschlüsse macht oder hierzu gesetzlich verpflichtet ist, die Steuer nicht nach den vereinbarten Entgelten (§ 16 Abs. 1 Satz 1), sondern nach den vereinnahmten Entgelten berechnet. Erstreckt sich die Befreiung nach Satz 1 Nr. 2 nur auf einzelne Betriebe des Unternehmers und liegt die Voraussetzung nach Satz 1 Nr. 1 nicht vor, so ist die Erlaubnis zur Berechnung der Steuer nach den vereinnahmten Entgelten auf diese Betriebe zu beschränken. Wechselt der Unternehmer die Art der Steuerberechnung, so dürfen Umsätze nicht doppelt erfasst werden oder unversteuert bleiben.

Kleinunternehmerregelung oder Regelbesteuerung

Soll die Steuerbefreiung für Kleinunternehmer in Anspruch genommen oder auf sie verzichtet werden?

Regelfall: Die Befreiung gilt von selbst, wenn die Grenzen eingehalten sind: 25.000 € Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr und 100.000 € im laufenden. Seit 2025 ist das eine echte Steuerbefreiung, keine Nichterhebung mehr. Im Jahr der Gründung gilt die Grenze von 25.000 € — siehe die Voraussetzungen.

Abweichung: Der Verzicht ist eine ausdrückliche Erklärung gegenüber dem Finanzamt.

Voraussetzungen

  • Vorjahresumsatz nicht mehr als 25.000 €

    Fundstelle. § 19 Abs. 1 Satz 1 UStG

  • Umsatz des laufenden Jahres nicht mehr als 100.000 € — wird die Grenze überschritten, endet die Befreiung sofort ab dem überschreitenden Umsatz
  • Im Gründungsjahr: Es gibt noch kein Vorjahr. Die Finanzverwaltung legt dann die Grenze von 25.000 € an — gemessen am tatsächlichen Umsatz dieses ersten Jahres, ohne Hochrechnung. Wer darüber kommt, ist nach gängiger Auslegung schon mit dem Umsatz, der die 25.000 € überschreitet, nicht mehr steuerfrei; was davor lag, bleibt es.
DafürDagegen
  • Keine Umsatzsteuer auf den Rechnungen — bei Privatkunden ist der Endpreis um den Steuersatz niedriger oder die Marge höher.
  • Weder Voranmeldung noch Jahreserklärung: Die Vorschriften darüber sind auf Kleinunternehmer nicht anzuwenden.

    Fundstelle. § 18 Abs. 1 bis 4 UStG

  • Deutlich weniger Verwaltungsaufwand in der Anlaufphase.
  • Kein Vorsteuerabzug. Wer in der Gründungsphase investiert — Geräte, Einrichtung, Beratung —, verliert die Vorsteuer daraus endgültig.
  • Bei Geschäftskunden ist die ausgewiesene Umsatzsteuer für den Kunden ein durchlaufender Posten; der Preisvorteil verpufft.
  • Der Verzicht bindet mindestens fünf Kalenderjahre und ist für den Besteuerungszeitraum unwiderruflich.

    Fundstelle. § 19 Abs. 3 Satz 2 UStG

  • Rechnungen dürfen keine Umsatzsteuer ausweisen; wer es doch tut, schuldet sie.

    Fundstelle. § 14c UStG

  • Auch als Kleinunternehmer kann eine Voranmeldung fällig werden, etwa bei Leistungen ausländischer Anbieter.

    Fundstelle. § 13b UStG

Bindung: Verzicht: mindestens fünf Kalenderjahre, danach Widerruf mit Wirkung ab Beginn eines folgenden Kalenderjahres. Die Erklärung ist bis zum letzten Tag des Monats Februar des zweiten Folgejahres möglich.

Fundstelle. § 19 UStG — Ein Unternehmer nach Absatz 1 Satz 1 kann bis zum letzten Tag des Monats Februar des zweiten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres gegenüber dem Finanzamt unwiderruflich erklären, dass er auf die Anwendung des Absatzes 1 verzichtet. Der Verzicht bindet den Unternehmer mindestens für fünf Kalenderjahre.

Dauerfristverlängerung

Soll die Frist für Voranmeldung und Vorauszahlung um einen Monat verlängert werden?

Regelfall: Ohne Antrag ist die Voranmeldung bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums zu übermitteln.

Fundstelle. § 18 Abs. 1 Satz 1 UStG

Abweichung: Auf Antrag verlängert das Finanzamt die Frist um einen Monat. Das ist eine Muss-Vorschrift: liegen die Voraussetzungen vor, hat das Finanzamt zu verlängern.

Fundstelle. § 46 UStDV

Voraussetzungen

  • Antrag beim Finanzamt

    Fundstelle. § 46 UStDV

  • Bei Monatszahlern: Anmeldung und Entrichtung einer Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorauszahlungen des Vorjahres, im Gründungsjahr auf ein volles Jahr hochgerechnet

    Fundstelle. § 47 UStDV

  • Bei Vierteljahreszahlern: keine Sondervorauszahlung

    Fundstelle. § 48 UStDV

DafürDagegen
  • Ein Monat mehr Zeit für Buchhaltung und Belegnachlauf — bei Gründungen, in denen Belege verspätet eintreffen, entschärft das den Terminstress.
  • Verspätungszuschläge wegen knapper Fristen werden unwahrscheinlicher.
  • Für Vierteljahreszahler ist sie ohne Sondervorauszahlung zu haben.
  • Monatszahler müssen die Sondervorauszahlung anmelden und zahlen — ein Elftel der Vorauszahlungen des Vorjahres bindet Liquidität, auch wenn sie in der Dezember-Voranmeldung angerechnet wird.
  • Der Antrag ist jährlich zu wiederholen beziehungsweise die Sondervorauszahlung jährlich neu anzumelden.
  • Die Verlängerung verschiebt nur den Termin, nicht die Steuer; wer ohnehin pünktlich bucht, gewinnt nichts.

Bindung: Die Verlängerung gilt auch für die folgenden Jahre, bis Sie sie zurücknehmen oder das Finanzamt sie widerruft, weil der Steueranspruch gefährdet erscheint.

Fundstelle. § 46 Satz 2 UStDV

Ob ein Gründer überhaupt monatlich voranmelden muss, regelt das Umsatzsteuergesetz. Für das Jahr der Aufnahme der Tätigkeit und das Folgejahr ordnet es den Kalendermonat an; für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 gilt abweichend die Umrechnung beziehungsweise Schätzung der voraussichtlichen Steuer. Diese Sonderregelung läuft mit dem Besteuerungszeitraum 2026 aus — für Gründungen ab 2027 ist der Wortlaut erneut zu prüfen.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 UStG; § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG; § 18 Abs. 2 Satz 6 UStG

Fundstelle. § 18 Abs. 6 UStG, §§ 46 bis 48 UStDV — Das Finanzamt hat dem Unternehmer auf Antrag die Fristen für die Übermittlung der Voranmeldungen und für die Entrichtung der Vorauszahlungen (§ 18 Abs. 1, 2 und 2a des Gesetzes) um einen Monat zu verlängern.

Was das Gesetz festlegt — hier gibt es nichts zu wählen

Zwei Angaben im Fragebogen sehen aus wie eine Wahl und sind keine: Sie folgen aus einem Betrag. Es gibt dazu keinen Antrag und kein Ermessen — deshalb steht hier kein Dafür und kein Dagegen, sondern die Regel.

Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum

Wie oft ist die Lohnsteuer anzumelden — monatlich, vierteljährlich oder jährlich?

Keine Wahl. Das Gesetz ordnet den Zeitraum selbst zu.

Was gilt: Das entscheidet nicht der Arbeitgeber, sondern der Betrag. Das Gesetz ordnet den Zeitraum der abzuführenden Lohnsteuer des vorangegangenen Kalenderjahres zu: bis 1.080,00 € das Kalenderjahr, über 1.080,00 € bis 5.000,00 € das Kalendervierteljahr, darüber der Kalendermonat. Es gibt dazu keinen Antrag und kein Ermessen.

Fundstelle. § 41a Abs. 2 EStG

Im Jahr der Gründung: Im Jahr der Gründung gibt es kein Vorjahr. Maßgeblich ist dann die Lohnsteuer des ersten vollen Kalendermonats nach Eröffnung der Betriebsstätte, umgerechnet auf ein Jahr. Der Fragebogen fragt deshalb nach der voraussichtlichen jährlichen Lohnsteuer.

Fundstelle. § 41a Abs. 2 Satz 4 EStG

Ohne Arbeitnehmer: Ohne Arbeitnehmer ist nichts anzumelden. Wer keine mehr beschäftigt, wird von der Abgabe weiterer Anmeldungen befreit, sobald er das dem Finanzamt mitteilt.

Fundstelle. § 41a Abs. 1 Satz 4 EStG

Was dieses Programm davon tut: Die Gründungsstrecke rechnet keinen Lohn und baut keine Lohnsteuer-Anmeldung. Sie sagt, welcher Zeitraum aus dem Betrag folgt, den der Gründer selbst schätzt. Die Lohnabrechnung ist in Erprobung und nicht zugesagt: Sie rechnet noch nicht jeden Fall, und Meldungen an Finanzamt und Krankenkassen gehen nicht hinaus.

Noch nicht bestimmbar. Der Anmeldungszeitraum folgt aus einem Betrag, den dieses Programm nicht kennt: der abzuführenden Lohnsteuer des vorangegangenen Kalenderjahres — im Gründungsjahr der des ersten vollen Kalendermonats nach Eröffnung der Betriebsstätte, auf ein Jahr umgerechnet. Er wird eingetragen, nicht geschätzt.

Es fehlt: abzuführende Lohnsteuer des Vorjahres

oder: Lohnsteuer des ersten vollen Kalendermonats nach Eröffnung der Betriebsstätte

Dann ist nichts anzumelden — der Betrag darunter wird nicht gebraucht.

Fundstelle. § 41a Abs. 1 Satz 4 EStG

Im Gründungsjahr gibt es kein Vorjahr. Maßgeblich ist dieser Monatsbetrag, auf ein Jahr umgerechnet. Der Fragebogen fragt nach dem Jahresbetrag — das ist derselbe Betrag mal zwölf.

Fundstelle. § 41a Abs. 2 Satz 4 EStG

Fundstelle. § 41a Abs. 2 EStG — Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum ist grundsätzlich der Kalendermonat. Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 1 080 Euro, aber nicht mehr als 5 000 Euro betragen hat; Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum ist das Kalenderjahr, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 1 080 Euro betragen hat. Hat die Betriebsstätte nicht während des ganzen vorangegangenen Kalenderjahres bestanden, so ist die für das vorangegangene Kalenderjahr abzuführende Lohnsteuer für die Feststellung des Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums auf einen Jahresbetrag umzurechnen. Wenn die Betriebsstätte im vorangegangenen Kalenderjahr noch nicht bestanden hat, ist die auf einen Jahresbetrag umgerechnete für den ersten vollen Kalendermonat nach der Eröffnung der Betriebsstätte abzuführende Lohnsteuer maßgebend.

Umsatzsteuer-Voranmeldungszeitraum

Wie oft ist die Umsatzsteuer voranzumelden — monatlich oder vierteljährlich?

Keine Wahl. Das Gesetz ordnet den Zeitraum selbst zu.

Was gilt: Welcher Zeitraum gilt, hängt am Jahr der Gründung. Für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 ist die oft zitierte Regel vom Kalendermonat im Gründungsjahr ausdrücklich außer Kraft gesetzt: maßgeblich ist dann die voraussichtliche Steuer des laufenden Kalenderjahres — über 9.000,00 € der Kalendermonat, sonst das Kalendervierteljahr. Erst für Gründungen ab 2027 gilt sie wieder, und dann ohne jede Zahl: im laufenden und im folgenden Kalenderjahr der Kalendermonat.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 Satz 6 UStG; § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG

Im Jahr der Gründung: Die Sonderregelung läuft mit dem Besteuerungszeitraum 2026 aus. Wer 2026 gründet, fällt noch unter sie und braucht dafür einen Betrag; wer 2027 gründet, fällt unter die Regel für Neugründungen und braucht keinen.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 Satz 4 und Satz 6 UStG

Wo das Finanzamt entscheidet: Beträgt die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 2.000,00 €, kann das Finanzamt von der Abgabe der Voranmeldungen befreien. Das Wort kann steht dort als Ermessen: Solange das Finanzamt nicht befreit hat, ist voranzumelden.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 Satz 3 UStG

Was dieses Programm davon tut: Was der Zeitraum für die Fristen bedeutet, rechnet dieses Programm. Ob das Finanzamt von der Voranmeldung befreit, entscheidet das Finanzamt — das ist ein Ermessen und keine Rechnung.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 Satz 3 UStG

Noch nicht bestimmbar. Für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 gilt abweichend von der Regel für Neugründungen die voraussichtliche Steuer des laufenden Kalenderjahres. Ihre Gründung fällt in das Jahr 2026 und damit unter diese Regelung — der oft zitierte Kalendermonat der Neugründung gilt für Sie also gerade nicht von selbst. Welcher Zeitraum gilt, folgt aus einem Betrag, den dieses Programm nicht kennt: Er wird eingetragen, nicht geschätzt.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 Satz 6 UStG

Es fehlt: voraussichtliche Umsatzsteuer des laufenden Kalenderjahres

Es entscheidet, welche Regel gilt: bis 2026 die voraussichtliche Steuer, ab 2027 der Kalendermonat, ohne jede Zahl.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 Satz 6 und Satz 4 UStG

Die Steuer, nicht der Umsatz. Über 9.000,00 € ist der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum, sonst das Kalendervierteljahr.

Fundstelle. § 18 Abs. 2 Satz 6 UStG

Fundstelle. § 18 Abs. 2 UStG — Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr. Beträgt die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 9 000 Euro, ist der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum. Beträgt die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 2 000 Euro, kann das Finanzamt den Unternehmer von der Verpflichtung zur Abgabe der Voranmeldungen und Entrichtung der Vorauszahlungen befreien. Nimmt der Unternehmer seine berufliche oder gewerbliche Tätigkeit auf, ist im laufenden und folgenden Kalenderjahr Voranmeldungszeitraum der Kalendermonat. […] Für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 ist abweichend von Satz 4 in den Fällen, in denen der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit nur in einem Teil des vorangegangenen Kalenderjahres ausgeübt hat, die tatsächliche Steuer in eine Jahressteuer umzurechnen und in den Fällen, in denen der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit im laufenden Kalenderjahr aufnimmt, die voraussichtliche Steuer des laufenden Kalenderjahres maßgebend.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Er ist kein Formular unter vielen: Er ist der Ort, an dem die drei Wahlrechte auf einmal ausgeübt werden. Für die UG und für die GmbH gilt dasselbe.

Anzuzeigen ist die Gründung: Finanzamt der Geschäftsleitung und Gemeinde für die Gewerbesteuer.

Fundstelle. § 20 AO; § 137 Abs. 1 AO und § 138 Abs. 1 Satz 1 AO

Steuerpflichtige, die nicht natürliche Personen sind, haben dem zuständigen Finanzamt und den für die Erhebung der Realsteuern zuständigen Gemeinden die Umstände anzuzeigen, die für die steuerliche Erfassung von Bedeutung sind, insbesondere die Gründung, den Erwerb der Rechtsfähigkeit, die Änderung der Rechtsform, die Verlegung der Geschäftsleitung oder des Sitzes und die Auflösung.

Fundstelle. § 20

Die Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde ersetzt den Fragebogen nicht. Die Gemeinde unterrichtet das Finanzamt zwar, die weiteren Auskünfte sind aber gesondert und elektronisch zu übermitteln.

Fundstelle. § 138 Abs. 1b AO

Frist: innerhalb eines Monats nach dem meldepflichtigen Ereignis.

Fundstelle. § 138 Abs. 4 AO, für Körperschaften § 137 Abs. 2 AO

Die Auskünfte sind nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz über die amtlich bestimmte Schnittstelle zu übermitteln — also über ELSTER oder ein Programm mit amtlicher Anbindung. Papier ist nur auf Antrag und nur zur Vermeidung unbilliger Härten zulässig.

Fundstelle. § 138 Abs. 1b Satz 2 und 3 AO

Was der Fragebogen abfragt

  • Allgemeine Angaben
    • Firma, Rechtsform, Sitz und Anschrift
    • Art und Umfang der ausgeübten Tätigkeit
    • Datum des Gesellschaftsvertrags, Handelsregisternummer
    • Betriebstätten mit Anschrift
    • Gründungsform (Neugründung, Übernahme, Umwandlung, Verlegung)
    • Wirtschaftsjahr (Kalenderjahr oder abweichend)
  • Gesellschafter und Vertretung
    • Gesellschafter mit Anteil, Steuernummer und Identifikationsnummer
    • Geschäftsführer und Vertretungsberechtigung
    • Steuerliche Vertretung und Empfangsvollmacht
  • Bankverbindung
    • IBAN und Kontoinhaber
    • SEPA-Lastschriftmandat (freiwillig, für Erstattungen und Zahlungen)
  • Angaben zur Festsetzung der Vorauszahlungen
    • Voraussichtlicher Gewinn im Jahr der Gründung und im Folgejahr
    • Voraussichtlicher Umsatz im Jahr der Gründung und im Folgejahr
    • Grundlage der Schätzung
  • Angaben zur Gewinnermittlung
    • Art der Gewinnermittlung: Bilanz (Betriebsvermögensvergleich) – für UG und GmbH vorgeschrieben
  • Angaben zur Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer
    • Zahl der Arbeitnehmer, davon geringfügig Beschäftigte
    • Voraussichtliche jährliche Lohnsteuer
    • Lohnsteuerliche Betriebstätte
  • Angaben zur Anmeldung und Abführung der Umsatzsteuer
    • Voraussichtlicher Gesamtumsatz im Gründungsjahr und im Folgejahr
    • Kleinunternehmerregelung: Inanspruchnahme oder Verzicht
    • Berechnung der Steuer nach vereinbarten oder vereinnahmten Entgelten
    • Antrag auf Dauerfristverlängerung
    • Bedarf einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
    • Teilnahme am One-Stop-Shop-Verfahren
  • Besonderheiten
    • Betriebsaufspaltung
    • Beteiligung an anderen Gesellschaften
    • Bescheinigung für Bau- oder Gebäudereinigungsleistungen

      Fundstelle. § 48b EStG

UG gründen: was es kostet und was danach kommt

Das Rechnen auf dieser Seite, die Eröffnungsbilanz und der Fragebogen: kostenlos. Die Kosten der Gründung selbst entstehen beim Notar und beim Handelsregister. Wer mit dem Musterprotokoll gründet, hat die Grenze schon darin stehen: Die Gesellschaft trägt davon bis 300 €, bei einer Gründung per Videokonferenz bis 600 € – höchstens aber so viel wie ihr Stammkapital. Was darüber hinausgeht, zahlt der Gesellschafter selbst.

Eine GmbH braucht mindestens 25.000 € Stammkapital; zur Anmeldung muss davon mindestens 12.500 € eingezahlt sein. Eine UG kommt mit weniger aus und legt dafür jedes Jahr ein Viertel ihres Überschusses zurück, bis sie zur GmbH wird.

Nach der Eintragung beginnen die laufenden Pflichten: Buchführung, Voranmeldungen und am Jahresende der Abschluss. Die Termine des Jahres zeigt die Zeitachse. Was Notar, Register und die Jahre danach zusammen kosten, rechnet der Ratgeber UG gründen: Kosten der Gründung – und was danach jedes Jahr anfällt vor. Alle Termine bis zur ersten Bilanz stehen im Ratgeber Das erste Geschäftsjahr der UG: Rumpfgeschäftsjahr und alle Termine vom Notar bis zur ersten Bilanz.

Was hier passiert — und was nicht

  • Keine Anmeldung, kein Konto, keine E-Mail-Adresse.
  • Es wird nichts gespeichert — die eingegebenen Zahlen stehen in dieser einen Antwort und sonst nirgends.
  • Es wird nichts übermittelt — nicht ans Finanzamt, nicht ans Handelsregister, an niemanden.
  • Keine Steuerberatung nach dem Gesetz und keine geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen. Das Programm legt die Wahlrechte vor; die Wahl trifft der Gründer.

    Fundstelle. § 33 StBerG; §§ 1, 2 StBerG

Die Grenze

Fundstelle. § 33 StBerG

Dieses Programm erklärt Wahlrechte und legt sie vor. Es wählt nicht aus. Die Auswahl unter mehreren rechtmäßigen Möglichkeiten im konkreten Einzelfall ist Beratung in Steuersachen und den steuerberatenden Berufen vorbehalten, etwa Ihrer Kanzlei. Wer eine Empfehlung braucht, holt sie dort.

Fundstelle. § 33 StBerG

Was dieses Programm tut

  • Das Programm nennt das Wahlrecht, seine Voraussetzungen und die gesetzliche Grundlage.
  • Es gibt den Gesetzeswortlaut wieder, damit er nachlesbar ist.
  • Es stellt dar, was für und was gegen die jeweilige Ausübung spricht — beide Seiten, gleich ausführlich.
  • Es rechnet die Beträge, die der Nutzer eingibt.

Was es nicht tut

  • Es sagt nicht, welche Möglichkeit im konkreten Fall die richtige ist.
  • Es kreuzt nichts vor und setzt keinen Vorschlagswert.
  • Es bewertet die Angaben des Nutzers nicht steuerlich.

Ihr Weg zur Gründung

13 Schritte, in der Reihenfolge, in der sie voneinander abhängen. Die Haken bleiben in Ihrem Browser — wir speichern nichts.

0 von 13 erledigt
  1. Sie sind dran
    Lassen Sie den Wunschnamen von der IHK auf Verwechslungsgefahr prüfen, bevor der Notartermin steht.
    Industrie- und Handelskammer · wenige Tage
    meist kostenlos
    Worauf Sie achten müssen

    Der Notar prüft den Namen nicht auf Ähnlichkeit mit bestehenden Firmen. Weist das Registergericht ihn später zurück, zahlen Sie den Termin zweimal.

    Fundstelle. § 18, § 30 HGB

  2. Sie sind dran
    Entscheiden Sie über Gesellschafter, Anteile, Geschäftsführung und Geschäftsjahr. Für den Standardfall gibt es das Musterprotokoll.
    selbst oder mit dem Notar · ein bis zwei Wochen
    Worauf Sie achten müssen

    Das Musterprotokoll ist billiger, aber starr: höchstens drei Gesellschafter, ein Geschäftsführer, keine abweichenden Regelungen. Wer später ändert, braucht wieder den Notar.

    Fundstelle. § 2 Abs. 1a GmbHG (Musterprotokoll)

  3. eine Stelle ist dran
    Der Gesellschaftsvertrag wird beurkundet und die Gesellschaft zur Eintragung angemeldet.
    Notar · ein Termin, meist unter einer Stunde
    bei der UG mit Musterprotokoll niedrig dreistellig, sonst mehr
    Worauf Sie achten müssen

    Ab der Beurkundung besteht die Vorgesellschaft. Wer jetzt schon Geschäfte macht, haftet dafür persönlich, bis die Eintragung da ist.

    Fundstelle. § 2 Abs. 1 GmbHG

  4. Sie sind dran
    Eröffnen Sie das Konto auf die Gesellschaft in Gründung und zahlen Sie das Stammkapital ein.
    Bank · wenige Tage bis zwei Wochen
    Worauf Sie achten müssen

    Die UG muss das Stammkapital vollständig in Geld einzahlen — Sacheinlagen sind ausgeschlossen. Bei der GmbH genügt zur Anmeldung die Hälfte, mindestens 12.500 €.

    Fundstelle. § 5a Abs. 2 Satz 2 GmbHG

    Fundstelle. § 7 Abs. 2, § 5a Abs. 2 GmbHG

  5. eine Stelle ist dran
    Der Notar reicht die Anmeldung ein, das Registergericht trägt ein.
    Amtsgericht — Registergericht · eine bis vier Wochen
    Gerichtskosten, bei der UG mit Musterprotokoll gering
    Worauf Sie achten müssen

    Erst mit der Eintragung entsteht die Gesellschaft und endet Ihre persönliche Haftung aus der Gründungsphase.

    Fundstelle. § 11 Abs. 2 GmbHG

    Fundstelle. § 7 Abs. 1, § 11 Abs. 1 GmbHG

  6. Sie sind dran
    Zum Tag der Gründung ist eine Eröffnungsbilanz aufzustellen. Das erledigen Sie hier.
    hier im Programm · Minuten
    Worauf Sie achten müssen

    Wird gern vergessen, weil noch nichts passiert ist. Sie gehört trotzdem zu den Büchern und ist der Anfangsbestand für den ersten Abschluss.

    Fundstelle. § 242 Abs. 1 HGB

  7. Sie sind dran
    Melden Sie das Gewerbe bei der Stadt oder Gemeinde an. Mitbringen: Handelsregisterauszug und Ausweis.
    Gewerbeamt der Stadt oder Gemeinde · ein Termin, oft online
    je nach Gemeinde ein niedriger zweistelliger Betrag
    Worauf Sie achten müssen

    Ohne Handelsregisterauszug nimmt das Gewerbeamt die Anmeldung meist nicht an. Erst eintragen lassen, dann anmelden.

    Fundstelle. § 14 GewO

  8. Sie sind dran
    Das Finanzamt erfährt vom Gewerbeamt von der Gründung. Den Fragebogen müssen Sie von sich aus abgeben – er geht elektronisch über ELSTER.
    Finanzamt, über ELSTER · Abgabe innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit
    Worauf Sie achten müssen

    Hier entscheiden Sie über Kleinunternehmerregelung, Ist- oder Sollversteuerung und den Zeitraum der Voranmeldungen. Diese Entscheidungen binden Sie teils mehrere Jahre — wir erklären jede einzeln, bevor Sie sie treffen.

    Fundstelle. § 138 Abs. 1b und 4 AO

  9. warten
    Das Finanzamt vergibt die Steuernummer und, auf Antrag, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
    Finanzamt · zwei bis acht Wochen
    Worauf Sie achten müssen

    Bis die Nummer da ist, können Sie keine ordnungsgemäße Rechnung mit Umsatzsteuer ausstellen. Planen Sie diese Wochen ein, bevor Sie Kunden zusagen.

    Fundstelle. § 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG

    Fundstelle. § 27a UStG (USt-IdNr.)

  10. eine Stelle ist dran
    Die Mitgliedschaft entsteht kraft Gesetzes, Sie müssen sich nicht anmelden. Der Beitragsbescheid kommt von allein.
    Industrie- und Handelskammer · kommt automatisch
    Worauf Sie achten müssen

    Kein Wahlrecht und kein Austritt. Existenzgründer werden in den ersten Jahren unter Voraussetzungen vom Grundbeitrag befreit — fragen Sie danach, es passiert nicht von selbst.

    Fundstelle. § 3 Abs. 3 IHKG

    Fundstelle. § 2 Abs. 1 IHKG

  11. Sie sind dran
    Prüfen Sie, ob die wirtschaftlich Berechtigten gemeldet sind.
    Transparenzregister · Minuten
    Worauf Sie achten müssen

    Seit 2022 gibt es keine Meldefiktion mehr — die Eintragung im Handelsregister ersetzt die Meldung nicht. Ein Verstoß ist bußgeldbewehrt.

    Fundstelle. § 20 GwG

  12. Sie sind dran
    Sobald Sie jemanden beschäftigen, brauchen Sie eine Betriebsnummer für die Meldungen zur Sozialversicherung.
    Bundesagentur für Arbeit · wenige Tage
    Worauf Sie achten müssen

    Gilt auch für den angestellten Gesellschafter-Geschäftsführer und für Minijobs.

    Fundstelle. § 18i SGB IV

  13. Sie sind dran
    Melden Sie das Unternehmen innerhalb einer Woche nach Beginn an — auch ohne Angestellte.
    zuständige Berufsgenossenschaft · eine Woche nach Beginn
    Worauf Sie achten müssen

    Die Frist von einer Woche ist kurz und wird fast immer verpasst. Die Pflicht besteht unabhängig davon, ob Sie Personal haben.

    Fundstelle. § 192 Abs. 1 SGB VII

Wo es auf Ihren Einzelfall ankommt — Satzung, Sacheinlage, Haftung des Geschäftsführers — fragen Sie Ihren Notar. Wir beschreiben das Verfahren, nicht Ihren Fall.

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