Bilanzboss ist im Aufbau: noch keine Anmeldung, keine Verträge, nichts geht ans Finanzamt.
Direkt zum Inhalt

Gewerbesteuer berechnen — mit dem ganzen Rechenweg

Vom Gewinn bis zur Steuer, jeder Schritt mit der Fundstelle im Gewerbesteuergesetz. Der Hebesatz ist ein freies Feld — warum, steht weiter unten.

Ein Tischler arbeitet in seiner Werkstatt am Laptop – Gewerbesteuer berechnen

Fundstelle. § 7 Satz 1 GewStG

Voreingestellt sind 409 %. Das ist der bundesweite Durchschnitt des Berichtsjahres 2024 (Statistisches Bundesamt, 21.08.2025) — nicht der Satz Ihrer Gemeinde. Tragen Sie Ihren ein. Warum wir ihn nicht für Sie kennen

Fundstelle. § 4 Abs. 5b EStG

Hinzurechnungen, Kürzungen und Verlustvortrag eintragen

Hier scheitert die Rechnung in der Praxis, nicht an der Multiplikation. Zinsen, Mieten und Leasingraten erhöhen den Gewerbeertrag, obwohl sie den Gewinn gemindert haben — aber erst oberhalb eines Freibetrags von 200.000 € und dann nur zu einem Viertel.

Wer nichts einträgt, bekommt eine Rechnung ohne Hinzurechnungen; das Programm nimmt nicht an, dass es keine gibt.

Fundstelle. § 8 Nr. 1 GewStG

Fundstelle. § 35 Abs. 2 StBVV

Fundstelle. § 35 Abs. 2 StBVV

Fundstelle. § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG i.d.F. vom 02.12.2024, § 36 Abs. 4b GewStG; § 9 Nr. 5 GewStG; § 10a Sätze 1 und 2 GewStG; § 10d EStG; § 10a Satz 6 GewStG

Keine Anmeldung, keine E-Mail-Adresse. Die Eingaben werden gerechnet und nicht gespeichert.

So rechnet das Programm — an einem Beispiel

Erfundene Zahlen, damit der Weg sichtbar ist, bevor Sie etwas eintippen: eine GmbH mit 120.000,00 € Gewinn, 320.000,00 € Zinsaufwand, 60.000,00 € Ladenmiete und 2.400,00 € Grundsteuer, Hebesatz 409 %.

Gewinn aus Gewerbebetrieb
Der nach dem EStG oder KStG ermittelte Gewinn. Er ist der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis.

Fundstelle. § 7 Satz 1 GewStG

120.000,00 €
+Hinzurechnungen
Summe der anteiligen Beträge 350.000,00 €, davon ab der Freibetrag von 200.000,00 €, vom Rest ein Viertel.

Fundstelle. § 8 Nr. 1 GewStG

37.500,00 €
−Kürzungen
Seit dem Erhebungszeitraum 2025 wird nicht mehr mit 1,2 % des Einheitswerts gekürzt, sondern mit der tatsächlich als Betriebsausgabe erfassten Grundsteuer. Sie muss dafür auf einem eigenen Konto stehen.

Fundstelle. § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG in der Fassung vom 02.12.2024, § 36 Abs. 4b GewStG

Fundstelle. § 9 Nr. 1 Satz 1 und Nr. 5 GewStG

2.400,00 €
=Maßgebender Gewerbeertrag
Gewinn plus Hinzurechnungen minus Kürzungen.

Fundstelle. § 10 Abs. 1 GewStG

155.100,00 €
=Abgerundet auf volle 100 €
Immer nach unten, nie kaufmännisch. Danach erst der Freibetrag, und der höchstens in Höhe des abgerundeten Gewerbeertrags — ein negativer Messbetrag ist nicht vorgesehen.

Fundstelle. § 11 Abs. 1 Satz 3 GewStG

155.100,00 €
−Freibetrag
Kapitalgesellschaften haben keinen Freibetrag. Die UG zahlt Gewerbesteuer ab dem ersten Euro Gewerbeertrag.

Fundstelle. § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG

0,00 €
×Steuermesszahl 3,5 %
Das Ergebnis ist der Gewerbesteuermessbetrag. Ihn setzt das Finanzamt durch Messbescheid fest und teilt ihn der Gemeinde mit. Aus 5.428,50 € werden 5.428,00 €: rundet den Messbetrag auf volle Euro ab. Das ist eine Verwaltungsanweisung, keine Vorschrift des GewStG — im Gesetz steht dazu nichts.

Fundstelle. § 14 GewStG i. V. m. § 184 Abs. 1 AO; § 184 Abs. 3 AO; R 14.1 Satz 3 GewStR

Fundstelle. § 11 Abs. 2 GewStG, R 14.1 GewStR

5.428,00 €
×Hebesatz 409 %
Der Satz aus der Haushalts- oder Hebesatzsatzung Ihrer Gemeinde. Das Gesetz sagt, dass die Steuer auf Grundlage des Messbetrags mit diesem Satz festgesetzt und erhoben wird und dass die Gemeinde den Satz bestimmt — festgesetzt wird sie in den Flächenländern von der Gemeinde, in Berlin, Hamburg und Bremen vom Finanzamt.

Fundstelle. § 16 Abs. 1 GewStG

Fundstelle. § 16 Abs. 1 GewStG

22.200,52 €

Ein Rechner, der nur nach dem Gewinn fragt, käme hier auf 17.178,00 € statt auf 22.200,52 € — die Hinzurechnung fehlt dort. Bei der GmbH und der UG gibt es keinen Freibetrag, und die Gewerbesteuer wird auf nichts angerechnet: Sie bleibt in voller Höhe.

Fundstelle. § 8 Nr. 1 GewStG

Warum Sie den Hebesatz selbst eintragen

Der Hebesatz ist die einzige Größe in dieser ganzen Rechnung, die nicht im Gesetz steht. Alles andere — Messzahl, Freibetrag, Hinzurechnungsquoten, Abrundung — ist Bundesrecht und für jeden gleich. Den Hebesatz beschließt Ihre Gemeinde, und das tun in Deutschland rund 10.750 Gemeinden je für sich.

Fundstelle. § 16 Abs. 1 GewStG

Es gibt keine Stelle, die diese Sätze tagesaktuell veröffentlicht. Die einzige bundesweite amtliche Quelle ist der Realsteuervergleich des Statistischen Bundesamts. Sein Rhythmus ist festgelegt und liegt außerhalb unseres Einflusses:

Beschluss in der Gemeinde
bis zum 30.06. mit Rückwirkung auf den 01.01. desselben Jahres

Fundstelle. § 16 Abs. 3 Satz 1 GewStG

Meldung an die Statistik
Erhebungstermin 30.06. des Folgejahres
Veröffentlichung
rund zwei Monate danach
Jüngste Ausgabe
Berichtsjahr 2024, erschienen am 21.08.2025 — Stand dieser Seite: 13.09.2026

Das heißt im Klartext: Wer Ihnen heute eine bundesweite Hebesatztabelle zeigt, zeigt Ihnen Zahlen aus 2024. Für 2025 und 2026 liegt amtlich nichts vor. Jede Gemeinde, die seitdem erhöht hat, steht dort zu niedrig — und zwar ohne jeden Hinweis darauf.

Das liegt an der Veröffentlichungskette der öffentlichen Stellen, nicht an uns. Wir könnten dieselbe Tabelle abschreiben wie alle anderen; sie wäre keinen Tag frischer. Also schreiben wir sie nicht ab.

Stattdessen ist das Feld oben frei: tragen Sie den Satz ein, der in Ihrem letzten Gewerbesteuerbescheid oder in der Haushalts- bzw. Hebesatzsatzung Ihrer Gemeinde steht. Verbindlich ist allein diese Satzung — auch gegenüber jeder Statistik.

Ein belegtes Beispiel dafür, wie schnell das veraltet: Die Stadt Mechernich hat ihren Gewerbesteuerhebesatz zum 01.01.2026 von 498 auf 530 Prozent angehoben (Ratsbeschluss, Bekanntmachung der Stadt vom 28.01.2026).

Die davor letzte Änderung lag elf Jahre zurück. In der amtlichen Statistik wird dieser Sprung frühestens 2027 sichtbar.

Hebesätze nach Bundesland

Jede Gemeinde hat eine eigene Seite mit ihrem Hebesatz und einer Beispielrechnung. Der Weg dorthin führt über ihr Bundesland.

BundeslandGemeindenDurchschnitt
Baden-Württemberg1.101359,8 %
Bayern2.056345 %
Berlin1410 %
Brandenburg413328,8 %
Bremen2460 %
Hamburg1470 %
Hessen421395,6 %
Mecklenburg-Vorpommern723368,5 %
Niedersachsen941393,9 %
Nordrhein-Westfalen396458,6 %
Rheinland-Pfalz2.301389 %
Saarland52434 %
Sachsen418398,9 %
Sachsen-Anhalt218365,9 %
Schleswig-Holstein1.104355 %
Thüringen604392,3 %

Gerechnet aus dem Datenbestand des Programms, Stand 19. Oktober 2026. Verbindlich ist allein die Satzung der Gemeinde.

Was dieser Rechner nicht kann

  • Betriebsstätten in mehreren Gemeinden. Dann wird der Messbetrag nach Arbeitslöhnen zerlegt und jede Gemeinde wendet ihren eigenen Hebesatz auf ihren Anteil an. Mit einem einzigen Hebesatz zu rechnen wäre falsch — um die Spreizung zwischen den Gemeinden.

    Fundstelle. §§ 28, 29 Abs. 1 Nr. 1 GewStG

  • Organschaft, atypisch stille Beteiligung, Betriebsaufspaltung.Der Gewerbeertrag wird dort anders zugeordnet, als diese Seite annimmt.
  • Die erweiterte Kürzung für Grundstücksunternehmen. Sie kann die Gewerbesteuer auf null bringen, hat aber Voraussetzungen, die eine Eingabemaske nicht prüfen kann.

    Fundstelle. § 9 Nr. 1 Sätze 2 ff. GewStG

  • Unterjährige Gründung oder Beendigung.Der Freibetrag wird nicht gezwölftelt, der Erhebungszeitraum aber verkürzt — das ändert die Rechnung.
  • Eine Würdigung Ihres Falls. Das Programm rechnet und nennt die Fundstelle. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Keine Steuerberatung und keine geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen.

    Fundstelle. § 33 StBerG, §§ 1, 2 StBerG

Wenn die Zahl stimmen soll, muss der Gewinn stimmen

Dieser Rechner nimmt den Gewinn als gegeben. In der Praxis ist er genau das nicht: fehlende Abschlussbuchungen, nicht zugeordnete Konten und vergessene Rückstellungen verschieben ihn — und damit die Gewerbesteuer.

Die Gewerbesteuer wird gerechnet

Dieselbe Arbeit nach der Gebührenverordnung

Jahresabschluss (Bilanz und Gewinnrechnung)
Gegenstandswert 165.000,00 € — das Mittel aus berichtigter Bilanzsumme und betrieblicher Jahresleistung — nicht der höhere der beiden Werte.

Fundstelle. § 35 Abs. 2 StBVV

Fundstelle. § 35 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a StBVV, Tabelle B, 10/10 von 512,00 €

512,00 €
Körperschaftsteuererklärung
Gegenstandswert 120.000,00 € — das Einkommen vor Verlustabzug, mindestens 16.000 €. Angesetzt ist hier der Gewinn — das Einkommen weicht davon um die nicht abziehbaren Aufwendungen ab.

Fundstelle. § 24 Abs. 1 Nr. 3 StBVV, Tabelle A, 2/10 von 1.784,00 €

356,80 €
Gewerbesteuererklärung
Gegenstandswert 155.100,00 € — der Gewerbeertrag vor Freibetrag und Gewerbeverlust, mindestens 8.000 €.

Fundstelle. § 24 Abs. 1 Nr. 5 StBVV, Tabelle A, 1/10 von 2.071,00 €

207,10 €
Umsatzsteuer-Jahreserklärung
Gegenstandswert 25.000,00 € — 10 % der Summe aus Entgelten und Entgelten, für die der Leistungsempfänger Steuerschuldner ist, mindestens 8.000 €.

Fundstelle. § 24 Abs. 1 Nr. 8 StBVV, Tabelle A, 1/10 von 854,00 €

85,40 €
Gebühren 1.161,30 €
Post- und Telekommunikationsentgelte
Pauschsatz 20 % der Gebühren, höchstens 20 €.

Fundstelle. § 16 StBVV

20,00 €
Zusammen, netto 1.181,30 €
Kanzlei, Untergrenze
1.181,30 €
netto, für Jahresabschluss, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung
Bilanzboss
249,00 €
netto (296,31 € brutto), ein Geschäftsjahr, einmalig — Jahresabschluss, E-Bilanz, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung, Gesellschafterbeschluss und Offenlegung

In diesem Fall 932,30 € weniger — das sind 78,9 % des Betrags links, und Bilanzboss deckt dabei mehr ab als diese 4 Positionen der Gebührenverordnung.

Wie diese Zahl entsteht. Angesetzt ist die Untergrenze des jeweiligen Gebührenrahmens — der niedrigste Betrag, den der Rahmen zulässt, nicht die Mittelgebühr. Tabellen A und B in der Fassung ab 01.07.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 105).

Beide Beträge ohne Umsatzsteuer, weil sie für eine vorsteuerabzugsberechtigte Gesellschaft durchläuft.

Nicht enthalten und bei der Kanzlei zusätzlich abrechenbar: laufende Buchführung, Lohnbuchführung, Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Anhang, Erläuterungsbericht und Vorarbeiten nach Zeitgebühr.

Eine Kanzlei darf auch weniger vereinbaren; dann wird der Abstand kleiner.

Fundstelle. § 33 StBVV; § 34 StBVV; § 24 Abs. 1 Nr. 7 StBVV; § 35 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b; § 35 Abs. 1 Nr. 6; § 35 Abs. 3; § 4a StBVV

Ihre laufende Buchhaltung bleibt, wo sie ist — oder sie läuft hier mit.

Beides steht auf der Preisseite. Und Bilanzboss ist keine Kanzlei: Wir leisten keine geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen und keine Steuerberatung. Die Entscheidungen und die Unterschrift bleiben bei Ihnen — ebenso die steuerlichen Pflichten des Geschäftsführers.

Fundstelle. §§ 1, 2 StBerG; § 33 StBerG; § 34 AO

Bald verfügbar – jetzt eintragen Kontenexport hochladen, Prüfliste bekommen. Kostenlos, nur mit E-Mail-Adresse. Bezahlt wird erst, wenn Sie den fertigen Abschluss mitnehmen.

Häufige Fragen

Wie wird die Gewerbesteuer einer GmbH berechnet?

Vom Gewinn ausgehend, mit Hinzurechnungen und Kürzungen, ergibt sich der Gewerbeertrag. Er wird auf volle 100 Euro abgerundet und mit der Messzahl von 3,5 Prozent malgenommen; das Ergebnis, der Messbetrag, mal dem Hebesatz der Gemeinde ist die Steuer.

Beispiel: 100.000 Euro Gewerbeertrag ergeben 3.500 € Messbetrag, bei 400 Prozent sind das 14.000 €.

Gibt es für eine GmbH einen Freibetrag bei der Gewerbesteuer?

Nein. Den Freibetrag von 24.500 € gibt es nur für Einzelunternehmen und Personengesellschaften. Bei einer GmbH oder UG zählt der Gewerbeertrag ab dem ersten Euro.

Kann die GmbH die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe abziehen?

Nein. Die Gewerbesteuer mindert weder den Gewinn für die Körperschaftsteuer noch sich selbst. Im Jahresabschluss steht sie trotzdem als Aufwand und als Rückstellung.

Wann wird die Gewerbesteuer fällig?

Die Gemeinde setzt Vorauszahlungen fest, fällig am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Mit dem Bescheid über das Jahr wird abgerechnet.

Weiterlesen

Die Rechner

Die Rechner

Größenklasse, Fristen, Ordnungsgeld und Verzugszinsen – ohne Anmeldung.