
Gewerbesteuer: Kürzung für Grundbesitz
Seit 2025 zählt die als Betriebsausgabe erfasste Grundsteuer.
Vom Gewinn bis zur Steuer, jeder Schritt mit der Fundstelle im Gewerbesteuergesetz. Der Hebesatz ist ein freies Feld — warum, steht weiter unten.

Erfundene Zahlen, damit der Weg sichtbar ist, bevor Sie etwas eintippen: eine GmbH mit 120.000,00 € Gewinn, 320.000,00 € Zinsaufwand, 60.000,00 € Ladenmiete und 2.400,00 € Grundsteuer, Hebesatz 409 %.
Ein Rechner, der nur nach dem Gewinn fragt, käme hier auf 17.178,00 € statt auf 22.200,52 € — die Hinzurechnung fehlt dort. Bei der GmbH und der UG gibt es keinen Freibetrag, und die Gewerbesteuer wird auf nichts angerechnet: Sie bleibt in voller Höhe.
Fundstelle. § 8 Nr. 1 GewStG
Der Hebesatz ist die einzige Größe in dieser ganzen Rechnung, die nicht im Gesetz steht. Alles andere — Messzahl, Freibetrag, Hinzurechnungsquoten, Abrundung — ist Bundesrecht und für jeden gleich. Den Hebesatz beschließt Ihre Gemeinde, und das tun in Deutschland rund 10.750 Gemeinden je für sich.
Fundstelle. § 16 Abs. 1 GewStG
Es gibt keine Stelle, die diese Sätze tagesaktuell veröffentlicht. Die einzige bundesweite amtliche Quelle ist der Realsteuervergleich des Statistischen Bundesamts. Sein Rhythmus ist festgelegt und liegt außerhalb unseres Einflusses:
Fundstelle. § 16 Abs. 3 Satz 1 GewStG
Das heißt im Klartext: Wer Ihnen heute eine bundesweite Hebesatztabelle zeigt, zeigt Ihnen Zahlen aus 2024. Für 2025 und 2026 liegt amtlich nichts vor. Jede Gemeinde, die seitdem erhöht hat, steht dort zu niedrig — und zwar ohne jeden Hinweis darauf.
Das liegt an der Veröffentlichungskette der öffentlichen Stellen, nicht an uns. Wir könnten dieselbe Tabelle abschreiben wie alle anderen; sie wäre keinen Tag frischer. Also schreiben wir sie nicht ab.
Stattdessen ist das Feld oben frei: tragen Sie den Satz ein, der in Ihrem letzten Gewerbesteuerbescheid oder in der Haushalts- bzw. Hebesatzsatzung Ihrer Gemeinde steht. Verbindlich ist allein diese Satzung — auch gegenüber jeder Statistik.
Ein belegtes Beispiel dafür, wie schnell das veraltet: Die Stadt Mechernich hat ihren Gewerbesteuerhebesatz zum 01.01.2026 von 498 auf 530 Prozent angehoben (Ratsbeschluss, Bekanntmachung der Stadt vom 28.01.2026).
Die davor letzte Änderung lag elf Jahre zurück. In der amtlichen Statistik wird dieser Sprung frühestens 2027 sichtbar.
Jede Gemeinde hat eine eigene Seite mit ihrem Hebesatz und einer Beispielrechnung. Der Weg dorthin führt über ihr Bundesland.
Gerechnet aus dem Datenbestand des Programms, Stand 19. Oktober 2026. Verbindlich ist allein die Satzung der Gemeinde.
Fundstelle. §§ 28, 29 Abs. 1 Nr. 1 GewStG
Fundstelle. § 9 Nr. 1 Sätze 2 ff. GewStG
Fundstelle. § 33 StBerG, §§ 1, 2 StBerG
Dieser Rechner nimmt den Gewinn als gegeben. In der Praxis ist er genau das nicht: fehlende Abschlussbuchungen, nicht zugeordnete Konten und vergessene Rückstellungen verschieben ihn — und damit die Gewerbesteuer.

In diesem Fall 932,30 € weniger — das sind 78,9 % des Betrags links, und Bilanzboss deckt dabei mehr ab als diese 4 Positionen der Gebührenverordnung.
Wie diese Zahl entsteht. Angesetzt ist die Untergrenze des jeweiligen Gebührenrahmens — der niedrigste Betrag, den der Rahmen zulässt, nicht die Mittelgebühr. Tabellen A und B in der Fassung ab 01.07.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 105).
Beide Beträge ohne Umsatzsteuer, weil sie für eine vorsteuerabzugsberechtigte Gesellschaft durchläuft.
Nicht enthalten und bei der Kanzlei zusätzlich abrechenbar: laufende Buchführung, Lohnbuchführung, Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Anhang, Erläuterungsbericht und Vorarbeiten nach Zeitgebühr.
Eine Kanzlei darf auch weniger vereinbaren; dann wird der Abstand kleiner.
Fundstelle. § 33 StBVV; § 34 StBVV; § 24 Abs. 1 Nr. 7 StBVV; § 35 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b; § 35 Abs. 1 Nr. 6; § 35 Abs. 3; § 4a StBVV
Ihre laufende Buchhaltung bleibt, wo sie ist — oder sie läuft hier mit.
Beides steht auf der Preisseite. Und Bilanzboss ist keine Kanzlei: Wir leisten keine geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen und keine Steuerberatung. Die Entscheidungen und die Unterschrift bleiben bei Ihnen — ebenso die steuerlichen Pflichten des Geschäftsführers.
Fundstelle. §§ 1, 2 StBerG; § 33 StBerG; § 34 AO
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Vom Gewinn ausgehend, mit Hinzurechnungen und Kürzungen, ergibt sich der Gewerbeertrag. Er wird auf volle 100 Euro abgerundet und mit der Messzahl von 3,5 Prozent malgenommen; das Ergebnis, der Messbetrag, mal dem Hebesatz der Gemeinde ist die Steuer.
Beispiel: 100.000 Euro Gewerbeertrag ergeben 3.500 € Messbetrag, bei 400 Prozent sind das 14.000 €.
Nein. Den Freibetrag von 24.500 € gibt es nur für Einzelunternehmen und Personengesellschaften. Bei einer GmbH oder UG zählt der Gewerbeertrag ab dem ersten Euro.
Nein. Die Gewerbesteuer mindert weder den Gewinn für die Körperschaftsteuer noch sich selbst. Im Jahresabschluss steht sie trotzdem als Aufwand und als Rückstellung.
Die Gemeinde setzt Vorauszahlungen fest, fällig am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Mit dem Bescheid über das Jahr wird abgerechnet.

Seit 2025 zählt die als Betriebsausgabe erfasste Grundsteuer.

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