Gründen
UG oder GmbH: Steuern und Pflichten im Vergleich
Ein Gewinn, zwei Rechtsformen: was in einem Beispiel an Steuern anfällt – und was sonst dazugehört. Bilanzboss ist für UG und GmbH.

Ihre Beispielrechnung
60.000 € Gewinn im Jahr, Hebesatz 400 %. Eine Beispielrechnung, keine Empfehlung.
UG (haftungsbeschränkt)
Steuern in diesem Beispiel
25.960 €
- Gewerbesteuer
- 8.400,00 €
- Körperschaftsteuer
- 9.000,00 €
- Solidaritätszuschlag der Gesellschaft
- 495,00 €
- Steuer auf die Ausschüttung
- 8.065,14 €
- Bleibt Ihnen privat
- 23.513,61 €
- Bleibt in der Gesellschaft
- 10.526,25 €
- davon Pflicht-Rücklage
- 10.526,25 €
GmbH
Steuern in diesem Beispiel
28.736 €
- Gewerbesteuer
- 8.400,00 €
- Körperschaftsteuer
- 9.000,00 €
- Solidaritätszuschlag der Gesellschaft
- 495,00 €
- Steuer auf die Ausschüttung
- 10.841,44 €
- Bleibt Ihnen privat
- 31.263,56 €
- Bleibt in der Gesellschaft
- 0,00 €

Was außer der Steuer zählt
Die Steuer ist nicht alles. Diese vier Punkte gehören zur Entscheidung dazu.
Gründung
UG (haftungsbeschränkt)
Notar und Handelsregister sind Pflicht. Stammkapital ab 1 €, vor der Anmeldung voll eingezahlt. Gebühr des Registers: 225,00 €. Die Notarkosten kommen dazu – sie rechnet Bilanzboss noch nicht.
GmbH
Notar und Handelsregister sind Pflicht. Stammkapital mindestens 25.000 €, davon 12.500 € vor der Anmeldung eingezahlt. Gebühr des Registers: 225,00 €. Die Notarkosten kommen dazu – sie rechnet Bilanzboss noch nicht.
Haftung
UG (haftungsbeschränkt)
Für Schulden der Gesellschaft haftet ihr Vermögen, nicht Ihr privates. Ausnahmen gibt es, etwa bei Bürgschaften für Kredite oder Pflichtverletzungen als Geschäftsführer.
GmbH
Für Schulden der Gesellschaft haftet ihr Vermögen, nicht Ihr privates. Ausnahmen gibt es, etwa bei Bürgschaften für Kredite oder Pflichtverletzungen als Geschäftsführer.
Pflichten
UG (haftungsbeschränkt)
Doppelte Buchführung und Jahresabschluss mit Bilanz in jedem Jahr – unabhängig vom Gewinn. Der Abschluss wird binnen 12 Monaten beim Unternehmensregister eingereicht; wer das versäumt, zahlt ein Ordnungsgeld ab 2.500 €.
Dazu: Ein Viertel des Jahresüberschusses bleibt als Rücklage in der Gesellschaft, bis das Stammkapital 25.000 € erreicht.
GmbH
Doppelte Buchführung und Jahresabschluss mit Bilanz in jedem Jahr – unabhängig vom Gewinn. Der Abschluss wird binnen 12 Monaten beim Unternehmensregister eingereicht; wer das versäumt, zahlt ein Ordnungsgeld ab 2.500 €.
Laufende Kosten
UG (haftungsbeschränkt)
Buchführung, Jahresabschluss, Steuererklärungen und Offenlegung jedes Jahr. Bei Bilanzboss kostet der Abschluss mit allen Erklärungen ab 249 € netto je Geschäftsjahr.
GmbH
Buchführung, Jahresabschluss, Steuererklärungen und Offenlegung jedes Jahr. Bei Bilanzboss kostet der Abschluss mit allen Erklärungen ab 249 € netto je Geschäftsjahr.
So ist gerechnet
Jede Beispielrechnung lässt etwas weg. Das steht hier.
- Gerechnet ist mit den Steuersätzen für 2026, für eine alleinstehende Person ohne weitere Einkünfte und ohne Kirchensteuer.
- Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sind nicht berücksichtigt – weder als Kosten noch als Abzug bei der Steuer.
- Das Gehalt ist ohne Sozialversicherung gerechnet, wie bei einem Geschäftsführer, dem die Gesellschaft mehrheitlich gehört. Es mindert den Gewinn der Gesellschaft.
- Bei der Abgeltungsteuer sind 1.000 € im Jahr frei. Beim Teileinkünfteverfahren werden 60 % der Ausschüttung mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert; das setzt einen Antrag voraus. Ob der persönliche Steuersatz auf die ganze Ausschüttung günstiger wäre, rechnet Bilanzboss noch nicht.
- Die UG kann nur ausschütten, was nach der Pflicht-Rücklage von 25 % des Jahresüberschusses bleibt.
Der Unterschied in fünf Punkten
- StammkapitalDie UG ab 1 €, voll eingezahlt und nur in Geld. Die GmbH mindestens 25.000 €, davon 12.500 € vor der Anmeldung.
- NameDie UG muss „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“ heißen.
- RücklageDie UG legt jedes Jahr ein Viertel ihres Jahresüberschusses zurück, bis das Kapital 25.000 € erreicht.
- SteuernGleich. Beide zahlen Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer nach denselben Sätzen.
- PflichtenGleich. Doppelte Buchführung, Jahresabschluss, E-Bilanz, Steuererklärungen und Offenlegung.
Von der UG zur GmbH
Erhöht die UG ihr Stammkapital auf 25.000 €, gelten die Sonderregeln nicht mehr: keine Pflicht-Rücklage, und sie darf sich GmbH nennen. Die Erhöhung geht über den Notar — mit frischem Geld oder aus der angesparten Rücklage.
Typische Fehler bei der Wahl
- Zu wenig Kapital: Eine UG mit 1 € ist mit der ersten Rechnung rechnerisch überschuldet.
- Gründungskosten: Nach dem Musterprotokoll trägt die Gesellschaft sie nur bis 300 €, höchstens bis zur Höhe ihres Stammkapitals.
- Die Rücklage der UG wird nicht gebucht — dann stimmt die Bilanz nicht.
- Die Annahme, eine UG spare Steuern. Sie zahlt dieselben Steuern wie eine GmbH.
Wie die Gründung weitergeht, steht unter Gründen, die Zahlen für den Start im Businessplan.
Häufige Fragen
Zahlt eine UG weniger Steuern als eine GmbH?
Nein. UG und GmbH zahlen dieselbe Körperschaftsteuer, denselben Solidaritätszuschlag und dieselbe Gewerbesteuer. Der Unterschied liegt in der Pflicht-Rücklage der UG.
Wie viel Stammkapital braucht eine UG?
Mindestens 1 €. Es muss vor der Anmeldung voll eingezahlt sein, und zwar in Geld — Sachen wie ein Auto oder Laptop gehen bei der UG nicht.
Wann wird aus der UG eine GmbH?
Sobald das Stammkapital 25.000 € erreicht. Dann entfällt die Pflicht-Rücklage, und die Gesellschaft darf als GmbH firmieren; den alten Namen darf sie behalten.
Muss eine UG ihren Jahresabschluss veröffentlichen?
Ja, genau wie eine GmbH: spätestens zwölf Monate nach dem Stichtag beim Unternehmensregister.
Was kostet der Jahresabschluss einer UG?
Bei Bilanzboss dasselbe wie bei einer GmbH: ab 249 € netto je Geschäftsjahr, mit allen Erklärungen.
Quellen: GmbH-Gesetz (Stammkapital, UG, Musterprotokoll), Körperschaftsteuergesetz, Gewerbesteuergesetz, Handelsgesetzbuch (Offenlegung), Rechtsstand 2026.

Sie entscheiden
Diese Seite rechnet ein Beispiel aus Ihren Angaben. Sie bewertet Ihren Fall nicht und rät zu keiner Rechtsform.
Für die Entscheidung im Einzelfall ist Ihre Kanzlei die richtige Adresse.
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